Arm- und Handschutz: Beratung

Wussten sie, dass 40% von den jährlich circa 85.000 Betriebsunfällen Verletzungen an den Händen sind? Die Wahl des richtigen Handschutzes kann einen großen Teil dieser Verletzungen und hinzukommende Kosten der Arbeitsunfähigkeit verhindern. Die Anschaffungskosten für die richtigen Handschuhe machen sich schnell bezahlt.
Die Gefahren von Handverletzungen während der Arbeit sind zu unterscheiden in mechanische Gefahren (Schnitte, Abschürfungen, Stiche etc.), chemische Gefahren, thermische Gefahren (Feuer, Strahlungshitze, Spritzer, aber auch kalter Kontakt), elektrische Gefahren, Strahlungs- Gefahren, Vibrationen und Kontakt mit Krankheitserregern.

Alle Handschuhe sind an der Außenseite mit Informationen gekennzeichnet, aus denen ersichtlich ist welchen Schutz dieser Handschuh erfüllt. Zusätzlich ist immer - eine Kategorie der Handschuhe angegeben. Die Kategorien sind 1 bis 3.
- Kategorie 1 Handschuhe haben ein einfaches Design und schützen vor minimalen Gefahren.
- Kategorie 2 Handschuhe haben ein fortgeschrittenes Design und schützen vor mittleren Risiken.
- Kategorie 3 Handschuhe besitzen ein komplexes Design und schützen vor irreversiblen oder tödlichen Risiken.

Für Handschuhe gibt es zahlreiche europäische Normen. Diese EU- Normen werden momentan nach ISO- Normen umgesetzt und im Lauf der Zeit anders benannt.
Nachfolgend nennen wir Ihnen die meist vorkommenden EU- Normen;
- EN 420 (Informationsbuch i) entspricht den allgemeinen Anforderungen für Arbeitshandschuhe (Größe, Zusammensetzung, Benutzerinformationen)
- EN 388 (Symbol mit Hammer) schützt gegen mechanische Gefahren
- EN 374 (Symbol mit Flasche Flüssigkeit) schützt gegen chemischen Gefahren
- EN 374 (Symbol mit Halbkreisen) schützt vor bakteriellen Gefahren
- EN 421 (Symbol radioaktiv) schützt vor ionisierender Strahlung
- EN 511 (Symbol Frost) schützt vor kalten Risiken
- EN 407 / EN12477 (Symbol Flamme) schützt vor Hitze- und Feuergefahren
- EG- Lebensmittelrichtlinie: Die Hauptrichtlinie EG/1935/2004 legt die allgemeinen Vorschriften für alle Kunststoffe fest, die für den Kontakt mit Lebensmitteln entworfen wurden. Sie legt fest, dass die Materialien, die verwendet werden, bei normalem Gebrauch nicht in Mengen in die Lebensmittel gelangen, die wahrscheinlich eine Gefahr für die Gesundheit darstellen können. Die Handschuhe, die für den Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen sind, müssen mit dem Lebensmittel- Piktogramm gekennzeichnet sein (Weinglas und Gabel).

Hinter oder unter der EN- Nummer stehen manchmal auch Ziffern von 3-6 oder Buchstaben. Aus diesem Code ist ersichtlich welchen Schutz der Handschuh gewährt. Der Code ist auf die Außenseite des Handschuhs gedruckt.
Die EN 388 Norm- Schutzhandschuhe gegen mechanische Gefahren mit 4- stelligem Zifferncode;
- Die 1. Ziffer steht für die Abriebfestigkeit des Handschuh, wobei Ziffer 4 den besten Schutz bietet.
- Die 2. Ziffer steht für die Schnittfestigkeit des Handschuhs, wobei Ziffer 4 den besten Schutz bietet.
- Die 3. Ziffer steht für die Weiterreißfestigkeit des Handschuhs, wobei Ziffer 4 den besten Schutz bietet.
- Die 4. und letzte Ziffer steht für die Stichfestigkeit des Handschuhs, wobei Ziffer 4 den besten Schutz bietet.

Die EN 374 Norm- Schutzhandschuhe gegen Chemikalien und Mikroorganismen mit 3- stelligem Buchstabencode hinter der EN- Nummer. Die Buchstaben beziehen sich auf chemische Stoffe, für die eine Durchbruchzeit von mindestens 30 Minuten gewährleistet wird.
- A steht für Methanol
- B steht für Aceton
- C steht für Acetonitril
- D steht für Dichlormethan
- E steht für Kohlenstoffsulfid
- F steht für Toluen
- G steht für Diethylamin
- H steht für Tetrahydrofuran
- I steht für Ethylacetat
- J steht für N-Heptan
- K steht für Natriumhydroxid 40%
- L steht für Schwefelsäure 96%

Die EN 470 Norm- Schutzhandschuhe gegen Hitze und Flammen mit 6- stelligem Zifferncode in Kombination mit der EAN- Nummer. Die Ziffern erläutern pro Wärmequelle an, welchen Schutz der Handschuh gewährt. Auf der Skala von 1-4 steht Ziffer 4 für höchst möglichen Schutz.
- Die 1. Position des Zifferncode gibt an welcher Schutz gegen Entzündung/ Brennverhalten gewährleistet wird.
- Die 2. Position des Zifferncode gibt an welcher Schutz Kontaktwärme gewährleistet wird.
- Die 3. Position des Zifferncode gibt an welcher Schutz gegen Konvektionswärme gewährleistet wird.
- Die 4. Position des Zifferncode gibt an welcher Schutz gegen Strahlungswärme gewährleistet wird.
-Die 5. Position des Zifferncode gibt an welcher Schutz gegen tropfen von geschmolzenem Metall gewährleistet wird.
- Die 6. Position des Zifferncode gibt an welcher Schutz gegen große Mengen von geschmolzenem Metall gewährleistet wird.

Die EN 511 Norm gilt für Kälte und Hat einen 3- stelligen Code in Kombination mit der EAN- Nummer. Die Ziffern stehen für unterschiedliche Kälterisiken und geben an welcher Schutz dafür gewährleistet wird, wobei bei einer Skala von 1-4 die Ziffer 4 für den höchst gebotenen Schutz steht.
- Die 1. Position des Zifferncode gibt an welcher Schutz gegen Konvektionskälte (durchdringende Kälte) gewährleistet wird.
- Die 2. Position des Zifferncode gibt an welcher Schutz gegen Kontaktkälte gewährleistet wird.
- Die 3. Position des Zifferncode gibt an welcher Schutz gegen Wasserpenetration (Wasserdurchlässigkeit) gewährleistet wird.

Manschettenformen bei Arbeitshandschuhen:
1. Ein Strickbund sorgt dafür, dass der Handschuh an der richtigen Stelle bleibt und verhindert, dass Partikel in den Handschuh fallen.
2. Die Sicherheitsstulpe wurde entworfen um den Handschuh zu verlängern und damit das Handgelenk zu schützen. Diese Sicherheitsstulpe ist normalerweise 7 cm lang.
3. Slip-On-Handschuhe wurden entwickelt, um die Handschuhe einfach an- und ausziehen zu können, mit nahtloser Verarbeitung.
4. Ein gerollter Rand verhindert, dass sich der Handschuh nach unten aufrollt, und erhöht damit den Schutz der Hand. Außerdem bietet er einen besseren Schutz gegen Flüssigkeit.
5. Handschuhe mit einer geraden Stulpe schützen den Unterarm über eine größere Länge vor herablaufenden Flüssigkeiten.

Neopren- Handschuhe aus dem Material Neopren sind gegen die meisten Chemikalien beständig meistens mit der Norm EN 374 gekennzeichnet. Dies gilt allerdings nicht für Lösemittel. Zudem hat Neopren eine gute mechanische Beständigkeit und hohe Abriebfestigkeit. Neopren- Handschuhe werden häufig verwendet für Wartung und Reinigung, im öffentlichen Dienst oder Arbeiten mit Öl und Chemikalien.

PVC- Handschuhe haben eine gute Abriebfestigkeit, sind beständig gegen Öl und Fett aber nur eingeschränkt chemikalienbeständig. Die Handschuhe werden häufig in der chemischen- u. petrochemischen Industrie und im öffentlichen Dienst verwendet. Die Anschaffungskosten der Handschuhe sind relativ gering.

PU- Handschuhe sind sehr dünn und komfortabel. Sie bieten ein gutes Tastgefühl und eignen sich für Feinarbeiten, wie z.B. Montagearbeiten mit Kleinteilen, Malerarbeiten oder für Transport und Logistik.

Nitril- Handschuhe sind grob in 2 Sorten zu unterscheiden; die industriellen Nitril- Handschuhe und die technischen Nitril- Handschuhe. Nitril ist sehr widerstandsfähig, beständig gegen Öl und Fett und ist gegen die meisten Chemikalien resistent. Die industriellen Handschuhe eignen sich hervorragend für Arbeiten in der Automobilindustrie, im Straßenbau, Landschafts- u. Gartenbau und in der Metallindustrie. Bei den technischen Nitril- Handschuhen wurden die guten Eigenschaften des Nitrils zusätzlich durch gute Passform und atmenden Handrücken ergänzt. Durch die Kombination von Komfort und Langlebigkeit von Nitril eignen sich die technischen Handschuhe hervorragend für feine Montagearbeiten, Arbeiten mit öligen Unterteilen und auf dem Bau. Die technischen Nitril- Handschuhe sind eine gute Alternative zu Baumwoll- oder Lederhandschuhen.
- Gute Beständigkeit gegen: Öl, Fett, Mikroorganismen, Kohlenwasserstoff, Abriebfest, Stichfest, beißende Chemikalien
- Mittlere Beständigkeit gegen: Säuren, Lösemittel ohne Ketone, Laugen/ Reinigungsmittel
- Geringe Beständigkeit gegen: Lösemittel auf Basis von Ketone, oxidierende Säuren, stickstoffhaltige organische Produkte, Risse

Naturkautschuk- Latex- Handschuhe
Latex hat eine gute Abrieb- und Schnittfestigkeit und ist sehr flexibel, wodurch die Handschuhe besseren Tragekomfort und Tastgefühl als Nitril- oder Vinylhandschuhe bieten. Die Handschuhe sind wasserundurchlässig, aber nicht geeignet für Arbeiten mit Chemikalien. Latexhandschuhe bieten gute Griffsicherheit und werden häufig verwendet in Bau- u. Konstruktion, Transport oder im öffentlichen Dienst. Es besteht die Möglichkeit einer allergischen Reaktion durch vorhandene Eiweiße im Latex.
- Gute Beständigkeit gegen: Laugen/Reinigungsmittel, Mikroorganismen, Schnitte, reißfest
- Mittlere Beständigkeit gegen: Säuren, Lösemittel auf Ketone- Basis
-Geringe Beständigkeit gegen: Öle, fette, Kohlenwasserstoff, Lösemittel ohne Ketone

Leder- Handschuhe
Leder ist ein Naturprodukt und deshalb ist die Möglichkeit von allergischen Reaktionen ist sehr gering. Leder- Handschuhe sind sehr reißfest und es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, die alle für den allgemeinen Gebrauch geeignet sind. Leder bietet keinen Schutz gegen Schnitte. Narbenleder- Handschuhe sind aus der Oberhaut gefertigt und haben eine feste Struktur, sind flexibel und besitzen eine hohe Abrieb- und Weiterreißfestigkeit. Spaltleder- Handschuhe werden aus der unteren Hautschicht gefertigt und besitzen eine nur geringe Abrieb- und Weiterreißfestigkeit.

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